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Lolonga

Im Jahr 2007 wurde in Masiphumelele, einem Town-ship bei Kapstadt in Südafrika, ein neues Entwicklungshilfeprojekt gegründet. Dieses Projekt hat sich selbst den Namen „Lolonga" gegeben. Das Wort kommt aus der Xhosa-Sprache, einem schwarzen Volksstamm, der im Süden Afrikas lebt. Ins Englische könnte man dieses Wort mit „look at the fine detail" übersetzen, im Deutschen etwa mit „Schau genau hin!"
Gründungsmitglieder dieses Projektes sind Pfr. Angelo Stipinovich, William Pieters, Gill Naeser, Snoeks Desmond, Victoria Dayise, Thembeka Dlamini und Lumka Ndatsme.

 

1. Ziel des Projektes

In der Präambel zu diesem Projekt wird das Ziel so beschrieben:

Gruppierungen und Gemeinschaften, die am Rande stehen, sollen Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden

indem Initiativen im Bereich „Frühkindliche Entwicklung" und „Frauenarbeit" angeboten werden
indem Frauen die Möglichkeit gegeben wird, etwas für ihre eigene Entwicklung zu tun, währenddessen ihre Kinder in einem „frühkindlichen Entwicklungsprogramm" gut versorgt und betreut werden und indem wissenschaftliche Untersuchungen die Verbindung zum südafrikanischen Kontext herstellen

Ein spezieller Fonds soll zu dem alleinigen Zweck errichtet werden, Spenden entgegen zu nehmen, die ausschließlich dafür verwendet werden, solche Entwicklungsmöglichkeiten in der Republik Südafrika zu unterstützen. Dieser Fonds wird verwaltet und kontrolliert durch die Mitglieder und den Vorsitzenden des Leitungsteam von „Lolonga", das für die Durchführung solcher „Entwicklungsmaßnahmen" im Interesse von Frauen und Kindern in benachteiligten Gemeinschaften gegründet wurde.

Soweit die „offiziellen Formulierungen", die notwendig sind, um „Lolonga" als eine „Section 21 Company", eine „non-profit-organisation" in Südafrika registrieren zu lassen. Dies entspricht in Deutschland etwa dem Stand des „eingetragenen Vereins" mit anerkannter Gemeinnützigkeit. Die Kosten für die Registrierung haben sich zu einem Betrag von R 3 500 summiert (€ 320).

Was aber heißt das jetzt ganz praktisch?


2. „God's little Angels" - Gottes kleine Engel

Das ist der Name eines „Kindergartens" in Masiphumelele, einem Town-ship, ca. 30 km von Kapstadt entfernt (früher „Site 5", also „Lage 5"). Masiphumelele stammt ebenfalls aus der Xhosa-Sprache und bedeutet: „Wir werden erfolgreich sein!"
Dieser „Kindergarten" soll ein erster Ansatzpunkt für die Arbeit von „Lolonga" sein. Einen „Kindergarten" in einem Town-ship darf man natürlich nicht mit einem Kindergarten in Deutschland vergleichen. Es geht erst einmal darum, Kinder von der Straße weg zu holen, ihnen eine warme Mahlzeit zu bieten, Anregungen zum Spielen zu geben, in denen soziale, aber auch motorische Fähigkeiten erlernt werden können, die ihnen dabei helfen sollen, später den schulischen Anforderungen gerecht werden zu können. Denn nur dann werden sie in einem neuen Südafrika eine Zukunft haben. Dabei soll nicht von außen (und damit von „Weißen") irgendetwas Neues gestartet werden, sondern eine der Privatinitiativen, die dort entstanden sind, soll unterstützt und qualifiziert werden.

In diesem „Kindergarten" werden derzeit 130 Kinder betreut - auf 65 qm, ohne Spielplatz, mit einer Küche, die der einer normalen Drei-Zimmer-Wohnung entspricht.

2007 wurde das Gelände und das entsprechende Haus von „Lolonga" gekauft. Dieser Kauf wurde möglich durch Spenden, die Pfr. Stipinovich in Deutschland für dieses Projekt übergeben wurden. Ein ausdrückliches Danke sei an dieser Stelle an Familie Weiler-Kamleitner, Dominik Träger und dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) in Viernheim gesagt! Insgesamt wurden für diesen Kauf R 130 000 (€ 15.900) investiert.

Im Moment werden das Grundstück und das Haus von dem Kindergarten „God's little Angels" genutzt. Geleitet wird der „Kindergarten" von einer der Mitarbeiterinnen im Leitungsteam von „Lolonga", Thembeka Dlamani. Langfristig ist beabsichtigt, einen neuen Kindergarten zu bauen - und dieses Gelände und das Haus dann als ein Zentrum für „Frauenbildung" zu nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, über einen Spenden-Fonds R 500 000 (€ 55.000) zu erzielen, um weitere Grundstücke kaufen und den Bau finanzieren zu können.

Im Jahr 2007 wurde für den Kindergarten ebenfalls ein kleines, gebrauchtes Auto für R 30 000 (€ 3.500) angeschafft. Um den täglichen Einkauf von Lebensmitteln und den Dingen des alltäglichen Bedarfs zu ermöglichen, hat es sich bereits als unschätzbar wertvoll erwiesen.

Gill Naeser organisierte und begleitete einen Projektbesuch der Ludlow Church of England School. Die Schüler verbrachten einige Zeit in dem Kindergarten u.a. damit, dass sie die Räume mit hübschen Farben neu anstrichen, so dass es für die Kinder erheblich schöner ist, sich jetzt dort aufzuhalten. Von ihnen erhielten wir auch eine Spende von 1.000 pounds, die im Haushalt für 2008 eingeplant ist. Und während der Kindergarten neu gestrichen wurde, hatten die Kinder die seltene Möglichkeit, einen Ausflug in das „Two Oceans Aquarium" in Kapstadt zu machen, der durch „Lolonga" finanziert wurde.

Die Erzieherinnen des Kindergartens nahmen an einem „Erste-Hilfe-Kurs" der Johanniter teil, der mit einem Zertifikat abgeschlossen wurde und geringe Kosten in Höhe von R 420 zur Folge hatte.

 

Für 2008 haben wir Folgendes geplant:

 

• Lumka Ndatsme wird im Kindergarten eng mit Thembeka Dlamini zusammenarbeiten und sich über die aktuelle Situation kundig machen, um eine Übersicht zu erarbeiten, was notwendig ist, um ein kleines „Frühkindliches Erziehungszentrum" zu leiten. Dies soll in einen „Entwicklungsplan" für die nächsten drei Jahre in diesen Bereich übertragen werden. Die Kosten hierfür schätzen wir auf R 84 000 (€ 8.500) für die nächsten zwölf oder achtzehn Monate.

• Der Kindergarten muss offiziell registriert und die Standards der Arbeit müssen auf das Niveau angehoben werden, das vom Ministerium für Gesundheit und Entwicklung vorgegeben ist. Das bedeutet u.a. entsprechende Brandschutzmaßnahmen und eine Umzäunung.

• Sehr dringend brauchen wir eine neue Küchenausstattung, wenigstens einen neuen „Großküchenherd" und einen entsprechenden Kühlschrank. Eine Investition von R 50 000 (€ 5.000) wird notwendig sein.

• Die Bodenbeläge im Kindergarten müssen erneuert werden. Die alten Bodenbeläge werden durch Beläge ersetzt, die den Standards der Nutzung entsprechen. Sie wurden von Rolf Friedrich von der Firma Freudenberg in Deutschland gespendet.

• Um ihre Aufgabe als Leiterin des Kindergartens besser wahrnehmen zu können, soll Thembeka Dlamini den Führerschein machen. Die entsprechenden Kosten in Höhe von R 3 000 (€ 300) sollten ins Auge gefasst werden.

• Es soll mit der Gründung des Fonds begonnen werden, der den Erwerb der Grundstücke ermöglicht, die den Bau eines neuen Kindergartens gemäß den Vorgaben der Regierung möglich machen


3. Befähigung von Frauen

Es ist unsere Überzeugung, dass vor allem Frauen eine entsprechende Befähigung und Unterstützung brauchen, um den Lebensstandard in örtlichen Gemeinwesen zu heben und aufrecht zu erhalten.

Einer der nachhaltigsten Wege dafür ist es, Frauen zum Lesen und zum Schreiben zu befähigen und ihnen einen Zugang zu den notwendigen Medien zu eröffnen.

Dies soll durch die Beteiligung von Snoeks Desmond, einem Vorstandsmitglied von „Lolonga", gewährleistet werden, die eine „Familienalphabetisierungskampagne" (Family Literacy Programm - FLP) einführen will. Ein erster eintägiger Workshop fand am 3. Dezember 2007 in Kapstadt statt.

Im ersten Vierteljahr 2008 soll eine Trainerausbildung für diese Kampagne stattfinden. Thembeka Dlamini und Maud Siseko hoffen, dann über einen Zeitraum von zwölf Wochen zwei Treffen pro Woche im Rahmen dieser Alphabetisierungskampagne durchführen zu können. Nach deren Abschluss möchten die Vorstandsmitglieder entscheiden, ob weitere notwendige Kenntnisse vermittelt werden sollen. Um diese Maßnahme durchzuführen, werden R 10 000 (€ 1.000) benötigt.

Im Verlauf des Jahres 2008 soll außerdem eine Gruppe gegründet werden, die vergewaltigte Frauen in Masiphumelele unterstützen will. Dies wurde bei der Vorstandssitzung von „Lolonga" am 2. Dezember 2007 erörtert.


4. Projekt „Kleidung für Masiphumelele"

Die Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Viernheim organisierten die Sammlung und den Versand von über 32.000 Kleidungsstücken und übergaben sie an „Lolonga", um sie in Masiphumelele zu verteilen. Wir gehen davon aus, dass diese Verteilung nun endgültig in der zweiten Februarhälfte 2008 stattfinden wird. Victoria Dayise und Thembeka Dlamini werden dies verantwortlich durchführen. Um zu vermeiden, dass die Kleidung weiter verkauft wird, haben die Vorstandsmitglieder entschieden, dass jede Person nicht mehr als jeweils zehn Kleidungsstücke bekommen soll. Außerdem wird eine kleine Spende erbeten, um dem „Geschenk" auch einen entsprechenden Wert zu geben.

Wir sind all denen außerordentlich zu Dank verpflichtet, die durch ihre Spende, das Einsammeln der Kleidung, des Verpackens und der Erledigung der notwendigen bürokratischen Anforderungen bei diesem Projekt geholfen haben. Die Kosten für den Container und dessen Transport wurden von einem Geschäftsmann aus Viernheim übernommen.


5. Zusammenarbeit mit der Heilsarmee

Zwei Treffen und eine große Anzahl von Mails zwischen „Lolonga" und der Heilsarmee haben zu einer entsprechenden Vereinbarung zwischen den beiden Organisationen geführt.

„Lolonga" braucht ein Haus als Anlaufstelle für das Frauenunterstützungs-Programm (Women's Empowerment Project - WEP). Die Heilsarmee verfügt über entsprechende und geeignete Räumlichkeiten in Masiphumelele. Bis ausreichend Mittel vorhanden sind, um den Umzug des Kindergartens durchzuführen und dann diesen Ort für WEP zu nutzen, wird „Lolonga" diese Räumlichkeiten der Heilsarmee für einen Tagessatz von R 40 (€ 5,--) anmieten - dann, wenn Bedarf besteht. Diese Räumlichkeiten liegen in der Nähe des Kindergartens und haben zudem den Vorteil, dass sie ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

Ins Auge gefasst sind außerdem weitere Kooperationen mit Majors Heshu in Form von pastoraler Begleitung. Darüber hinaus wird das HIV/AIDS-Team der Heilsarmee „Lolonga" zur Verfügung stehen mit dem Ziel der Aufklärung und Schulung. Dies wird auch psycho-soziale Unterstützung, häusliche Pflege und weiteres zur Folge haben.

Wir sind sehr froh, mit solch engagierten und glaubwürdigen Menschen als Partner zusammen arbeiten zu können.


6. Erhebung der Ausgangsdaten

Sowohl um die Transparenz zu fördern wie auch um ein „Kontrollinstrument" für die Entwicklung von „Lolonga" zu installieren, haben die Vorstandsmitglieder beschlossen, eine Erhebung der Ausgangsdaten des Projektes durchzuführen. Wir halten es für notwendig, damit alle Geldgeber dieses Projektes Gelegenheit haben, die Ergebnisse der Entwicklung objektiv überprüfen zu können. Snoeks Desmond und Gill Naeser haben die Aufgabe übernommen, eine zuverlässige Quelle, also eine „Form", ein „Programm", zu finden, die eine solche Erhebung möglich macht. Eine solche Erhebung der Grunddaten kann nach einer gewissen Zeit mit einer Erhebung der dann aktuellen Daten verglichen werden, durch die die erzielten Unterschiede deutlich werden, sozusagen die „Weiterentwicklung" der verschiedenen Bereiche dokumentiert. Eine solche Erhebung der Ausgangsdaten ist zudem notwendig, um eventuelle kirchliche oder staatliche Mittel zu beantragen. Für die Erfassung dieser Daten sind Kosten in Höhe von ungefähr R 30 000 (€ 3.000) zu veranschlagen.


7. Spendenaufkommen und -bedarf

All das, was bisher geschehen ist, konnte nur durch zahlreiche Spenden finanziert werden, die Pfr. Angelo Stipinovich für dieses Projekt in Deutschland erhalten hat wie auch von der Ludlow Church of England School. Ein ganz herzliches Dankeschön sei besonders an Familie Barbara Weiler und Bernd Kamleitner in Gernsbach sowie den Menschen in Viernheim, wo Pfr. Stipinovich arbeitet, für ihre Großzügigkeit gesagt. Besonders erwähnt sei auch das Engagement der Kindertagesstätte St. Hildegard in Viernheim, die durch viele kreative Aktionen für das Projekt wirbt und Spenden sammelt.
Eine unglaubliche Summe von R 180 000 (€ 18.000) konnte bereits im Jahr 2007 in das Entwicklungsprojekt investiert werden!

Schätzungsweise werden in diesem Jahr R 210 920 (€ 22.000) benötigt werden, um die in Aussicht genommenen Verbesserungen und Entwicklungen durchzuführen. Zusätzlich zu diesem Betrag sollte der erwähnte Fonds gegründet werden, um das Grundstück für den neuen Kindergarten zu kaufen und ein entsprechendes Haus zu bauen.

Pfr. Stipinovich hofft, wenigstens einen Teil dieses Betrages in seinen Gemeinden in Viernheim sammeln zu können. Darüber hinaus ist beabsichtigt, Kontakt mit Missio und Misereor, zwei großen katholischen Hilfsorganisationen in Deutschland, aufzunehmen, um eine kontinuierliche Förderung des Projektes zu erreichen. Außerdem soll eine Bewerbung beim Päpstlichen Missionswerk der Kinder in Deutschland, dem Träger der „Sternsinger-Aktion", zur Unterstützung des Kindergarten-Projektes eingereicht werden.

 

Kontaktadresse
in Deutschland:

Pfr. Angelo Stipinovich,
Kettelerstr. 63, 68519 Viernheim

Tel. 06204/697660    
E-mail: astip@sankt-himi.de

 

Kontoverbindung:
(D) Sparkasse Starkenburg
BLZ: 509 514 69
Kto: 1327 1101

 

(RSA)
Lolonga, ABSA Bank
Long Beach Mall
Branch Code: 632005
Account Nr. 9193808809
S.W.I.F.T: ABSA ZA